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Kolloidales Silber herstellen Teil 2 - Partikel, Ionen und Elektrodenschlamm

Was geschieht bei der Herstellung von kolloidalem Silber?

Anders als in metallischen Leitern erfolgt der Stromfluß in der Flüssigkeit durch positiv oder negativ geladene Ionen. Bei MetallenIonen und Partikel handelt es sich immer um positiv geladene Ionen (Kationen). Hier findet ein echter Stofftransport statt.
Es werden also Silberkationen aus der Anode gelöst, diese wandern in Richtung Kathode.

Da für die Herstellung von kolloidalem Silber nur destilliertes bzw. entmineralisiertes Wasser verwendet wird, sind in diesem kaum Ionen vorhanden, so daß zuerst einmal der größte Teil der Silberionen im Wasser verbleibt. Es entsteht eine Silberlösung.
Ein Teil der Ionen erreicht die Kathode, nimmt dort jeweils ein Elektron auf und wird damit zum Silberatom reduziert. Unter anderem durch Van der Waals Kräfte kommt es zu schwachen Bindungen zwischen einzelnen Silberatomen. Bei den so entstehenden Partikeln dürfte es sich um die eigentlichen kolloidalen Partikel handeln, denn für die Annahme, daß Partikel durch den elektrischen Strom aus der Anode herausgerissen werden, konnten wir keinerlei Nachweis finden.
Wir haben es also überwiegend mit einer Silberlösung zu tun, in der sich zunehmend Silberpartikel bilden. Die Bezeichnung kolloidales Silber ist damit nicht korrekt. Es muß vielmehr ionisch kolloidales Silber oder kolloidale Silberlösung heißen. In der Kurzform also Silberlösung.

Es werden von den Elektroden keine Partikel, sondern Silberionen gelöst!


Die Erfahrung zeigt nun, daß der Gehalt an Silberionen nur bis zu einer bestimmten Konzentration möglich ist. Ungefähr um den Bereich der Konzentration von 50 mg/l herum ist das Maximum an Silberionen erreicht. Bei höheren Konzentrationen nimmt dieser sogar wieder ab.
Das kann also durchaus bedeuten, daß mit ca. 50 mg/l die höchste Wirksamkeit erreicht ist. Der Nachweis dafür steht allerdings noch aus.
Da häufig ein deutliches Aufsteigen von Gasbläschen zu beobachten ist, soll nebenbei noch erwähnt werden, daß es durch den elektrischen Strom zu einer Aufspaltung von Wassermolekülen kommt. Dadurch steigt an der Anode Sauerstoff auf und an der Kathode Wasserstoff.

Aufspaltung von Wasser während der Elektrolyse


 

Die Anhaftungstendenz des Silbers

Bei der Herstellung von ionisch kolloidalem Silber lassen sich verschiedene Phänomene beobachten, die auf die Tendenz des Silbers, an bestimmten Oberflächen anzuhaften, zurückzuführen sind. So sind nach häufigerem Gebrauch Beläge an den Gefäßen zu erkennen, aber am stärksten werden deutliche  Anhaftungen an den Elektroden sichtbar, vor allem bei höheren Konzentrationen.

Während an den Glasoberflächen gelblich bis bräunliche Belege erkennbar werden, zeigen sich während des Herstellungsprozesses an der Kathode das anhaftende Silber am stärksten, entweder als kristallförmige Auswüchse, den Dendriten, oder als wolkenförmige Gebilde. Letztere sind eine Vermischung der aufsteigenden Wasserstoffbläschen mit elementarem Silber und werden allgemein als Elektrodenschlamm bezeichnet.

Hingegen besteht der an der Anode allmählich sichtbare dunkle Belag weitestgehend aus Silberoxid, welches sich unter dem Einfluß des freigesetzten Sauerstoffs bildet.

Wem sich nun die Frage stellt, ob diese Anhaftungen nicht auf Kosten der Konzentration entstehen, hat leider Recht. Da, wie schon oben erwähnt, die Stärke der Belagbildung von den unterschiedlichsten Faktoren abhängt und diese zum größten Teil kaum erforscht sind, ist auch die Angabe einer genauen Konzentration der fertigen Silberlösung nicht möglich. Statt dessen ist zumindest die Firma Medionic dazu übergegangen, nur noch die Silberabgabe der Geräte anzugeben.

Anhaftungen von Silberionen an Oberflächen sind unvermeidbar! Um dem damit verbundenen Konzentrationsverlust gerecht zu werden, wird von Medionic statt der Konzentration die Silberabgabe der Geräte angegeben!

 

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