Kolloidales Silber herstellen Teil 4 - Irrtümer, Fehler und Unwahrheiten

10 ppm sind wirksamer als 25 ppm ?

Eine klare LösungHierbei dürfte es sich kaum um einen Irrtum handeln, sondern vielmehr um eine bewußt und aus kommerziellen Gründen verbreitete Unwahrheit. Obwohl dieser Hinweis nicht gerade neu ist, hält sich der Glaube daran doch recht hartnäckig. Und auf den ersten Blick wird ja auch vermeintlich überzeugend argumentiert. Aber eben nur auf den ersten Blick. Betrachtet man diese Argumentation etwas näher, erkennt man recht schnell, wohin der Hase läuft. 
Als Begründung dienen wieder einmal die Partikel. Es wird davon ausgegangen, daß sich Partikel bei längeren Herstellungszeiten allmählich vergrößern. Und das dient nun dazu, zu behaupten, daß in 25 ppm die Partikel bereits so groß sind, daß Ihre Gesamtoberfläche kleiner ist als die aller Partikel in 10 ppm!

Was geschieht tatsächlich?

Jene, die diese Behauptung aufstellen, arbeiten ebenfalls ausnahmslos mit Elektrolysegeräten wie dem Ionic-Pulser. Der geneigte Leser weiß inzwischen aus unseren weiter oben ausgeführten Grundlagen, daß aus der Anode nur Silberionen gelöst werden.
Zur Wiederholung: Von diesen Silberionen werden an der Kathode einige wenige zu Atomen reduziert, von diesen wiederum gehen einige eine schwache Bindung zu sogenannten Partikeln ein.
Mit steigender Konzentration nimmt dieser Vorgang zu. Das bedeutet, es werden mehr Bindungen eingegangen, es entstehen also mehr Partikel. Natürlich werden sich nun auch mehr Atome zu einem Partikel finden. Aber wir reden hier von einzelnen Atomen! Es darf also durchaus bezweifelt werden, daß der Größenunterschied der Partikel zwischen 10 ppm und 25 ppm überhaupt meßbar ist!
Mit der irrigen Behauptung, daß aus der Anode ganze Partikel herausgelöst werden, hat das nicht im geringsten zu tun.

In einem früheren Beitrag haben wir die Aussage, daß geringere Konzentrationen wirksamer seien als höhere, durch einen rechnerischen Nachweis entkräftet.

Was wird eigentlich bezweckt?

Nun wird die eingangs genannte Behauptung meist von Firmen angeführt, die nur Fertiglösungen versenden. Spätestens an dieser Stelle sollte man sehr hellhörig werden! Da das beschriebene Partikelwachstum auch noch eine gewisse Zeit nach der Herstellung stattfindet, stellt sich ja nun die Frage, was passiert, wenn das kolloidale Silber 2, 3 oder 4 Tage im Versand unterwegs ist?
Bleibt an dieser Stelle noch zu bemerken, das es vor allem um ein Vielfaches einfacher und billiger ist, nur 10 ppm herzustellen, als höhere Konzentrationen. Ganz zu schweigen davon, daß man einfach zusieht, wie potentielle Kunden verloren gehen, indem sie sich selber ihr kolloidales Silber herstellen!

Die ganze Diskussion um Partikelgrößen ist falsch

Abgesehen von den genannten Argumenten ist diese ganze Partikeldiskussion ziemlich unsinnig, denn das was wirkt sind Silberionen und nicht Partikel. Das wurde ja inzwischen oft genug betont. Und Ionen sind weitaus kleiner als die kleinsten Partikel und ihre Größe ist darüber hinaus konstant - bei jeder Konzentration! Wieviele Ionen sich nun zusätzlich aus den Partikeln lösen ist dabei völlig uninteressant, denn die ausschlaggebende Menge entsteht während der Herstellung!

Welche Silberlösung ist nun die wirksamere?

Aus dem bisher Gesagten geht eindeutig hervor - es sind nicht 10 ppm wirksamer als 25 ppm, sondern die Lösung, die gesagten meisten positiv geladenen Silberionen enthält. Und da kann man wohl getrost davon ausgehen, daß in 25 ppm deutlich mehr Ionen enthalten sind als in 10 ppm.

Kolloidales Silber mit einer höheren Konzentration ist wirksamer als mit einer niedrigeren, da es mehr positiv geladene Silberionen enthält!


Mit Netzteil, Batterie und Silberdraht zur Silberlösung

Ein einfaches Netzteil ist ungeeignetWie bereits in den oben genannten Grundlagen gezeigt, ist die Konstruktion eines zuverlässigen Elektrolysegerätes alles andere als nur eine Spielerei. Dennoch werden im Internet Gerätschaften angeboten, von denen man unbedingt die Finger lassen sollte!

Ein einfaches Netzteil, mitunter auch ein ganzer Batterieblock, mit nachfolgendem Silberdraht kann zwar Silber lösen, aber da keine Regelung vorhanden ist, ist auch nicht ansatzweise die Silberabgabe abzuschätzen. Daran ändert auch ein vorgeschalteter Widerstand nichts.

Hintergrund: Anfangs wird auf Grund der geringen Leitfähigkeit des entmineralisierten (destillierten) Wassers nur wenig Silber gelöst. Das gelöste Silber erhöht kontinuierlich die Leitfähigkeit, es kann mehr Silber gelöst werden, was die Leitfähigkeit weiter erhöht usw. usf. Und so schaukelt sich die Silberabgabe in unbekannte Höhen. 
Nun wird in der Regel, um dieses Szenario zu vermeiden, ein Widerstand vorgeschaltet. Damit kehrt man das ganze Übel aber nur um. Denn der Widerstand erhöht nun zusätzlich den bereits sehr hohen Widerstand des Wassers, so daß es nun zu gar keiner Silberabgabe mehr kommt.

Kolloidales Silber darf keine Ionen enthalten

Diese Aussage ist auf den falschen Begriff des kolloidalen Silbers zurück zu führen. In der Theorie besteht kolloidales Silber aus Partikeln, die sich in Wasser als Dispersionsmittel befinden. Insofern stimmt diese Aussage.
Partikel und IonenIn der Praxis geht es jedoch um ionisch kolloidales Silber. Zum einen deshalb, weil Silberionen die benötigte Wirkung mitbringen, zum anderen, weil Silber in wässriger Umgebung immer Ionen abgibt. Abgesehen davon, daß es also kein kolloidales Silber ohne Ionen geben kann, wäre ein solches völlig wirkungslos.

Steht der Gewinn über der Wahrheit?

Es wurde bereits an anderer Stelle erwähnt, daß es Anwendungen geben kann, bei denen es auf ein reines Silberkolloid ankommt. Zum Beispiel die Oberflächenbehandlung von Werkstoffen. In allen anderen Bereichen ist das Vorhandensein von Silberionen unentbehrlich.
Das eigentlich Widersinnige dabei ist, daß die obige Aussage meistens von Anbietern stammt, die Ihre Silberlösung für Zwecke anbieten, bei denen es gerade auf die Wirkung der Silberionen ankommt. Insofern hier ein Verfahren zur Anwendung kommt, bei dem zu Beginn tatsächlich kaum Silberionen vorhanden sind, wie beispielsweise das Einrühren von Silberpulver, dann wäre das eine für die meisten Anwendungen völlig unwirksame Flüssigkeit.
In der Regel wird aber kolloidales Silber von jenen ebenfalls elektrolytisch hergestellt. In diesem Fall wird also schlicht die Unwahrheit behauptet.

Da diese Tatsachen seit langem offensichtlich sind, kommt man fast zwangsläufig zu dem Verdacht, daß mit solchen Behauptungen versucht wird, die Konkurrenz zu verunglimpfen, um für sich selber daraus einen kommerziellen Nutzen zu ziehen.

Silberionen sind die Grundlage jeder Wirkung!
Deshalb: Ionisch kolloidales Silber


 Literaturverzeichnis:

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